{"id":337,"date":"2013-11-09T13:37:35","date_gmt":"2013-11-09T13:37:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juerg-maurer.ch\/?page_id=337"},"modified":"2013-11-22T07:54:19","modified_gmt":"2013-11-22T07:54:19","slug":"annaeherungen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.juerg-maurer.ch\/?page_id=337","title":{"rendered":"Ann\u00e4herungen"},"content":{"rendered":"<h4>Wege zu J\u00fcrg Maurer \u00a0 |\u00a0\u00a0 Rudolf Wyss 1985<\/h4>\n<p>Im Sonnacker, zwischen Kiesen und Oppligen, dort, wo die Gletscher \u00fcber dem Aaretal ihre Mor\u00e4nenb\u00e4nke zur\u00fcckgelassen haben, wohnt J\u00fcrg Maurer, der Maler und Grafiker.<\/p>\n<p>Hier das Wohnhaus, daneben das bescheidenere Geb\u00e4ude, in dem sich das Atelier befindet, beide in der Stille eines friedlichen Gel\u00e4ndes, weithin abgeschieden von der Hast und Gesch\u00e4ftigkeit unserer Zeit.<\/p>\n<p>Wer auf dem Sonnacker Einkehr gehalten hat, dem wird die Kunst von J\u00fcrg Maurer erst recht verst\u00e4ndlich. Nicht dass sie sich dem schnellen Betrachter verschliesse \u2013 nein, was der K\u00fcnstler zeichnet und malt, ist klar und spricht unmittelbar an. Doch erst beim Verweilen vor den Bl\u00e4ttern und Bildern versteht man ihre eigentliche Botschaft. Mit ihrer Sprache verbindet sie Liebe und Ehrfurcht. Sie deutet ebenso die Stille verlorener T\u00e4ler im Emmental, wie die Wucht und den Zerfall des Urgesteins in den Alpen, die wundersame Gestalt eines einzelnen Baumes und die Ruhe des Waldes. Wir stehen vor Stillleben mit eigenwilligen Formen der \u00c4pfel und Zwiebeln, alles zusammengefasst zu kleinen Kunstwerken, gestaltet mit der Freude an den kleinen und grossen Dingen unseres Alltags. Auf einigen Bildnissen erkennen wir, mit welcher Einf\u00fchlung der K\u00fcnstler im Antlitz werdender Menschen das seelische Erwachen, das Staunen ob dem, was das Leben einem jeden in Bereitschaft h\u00e4lt festzuhalten versteht.<\/p>\n<p>Unschwer ist es zu erkennen, wie der K\u00fcnstler eine vielseitige Ausbildung erfahren hat, angefangen an der Kunstgewerbe- und der Keramischen Fachschule in Bern, bei bekannten Kunstmalern und Bildhauern und als Mitarbeiter in der Radierwerkstatt eines bedeutenden Grafikers. Seine Arbeitsgebiete sind sowohl die \u00d6l- und Aquarellmalerei, wie die Zeichnung, die Radierung und die Lithographie. Was er an die Hand nimmt, er vollendet es mit Sorgfalt; er verweilt nicht bei hastig vor\u00fcberhuschenden Eindr\u00fccken. Seine Kunst ist das liebevolle Erfassen der seelischen Werte \u2013 sei es in der Landschaft oder vor einer Baumgruppe, beim Anblick einer Pflanze oder der kleinen Alltagsdinge. Und erst recht, wenn sich die M\u00f6glichkeit bietet, sich in die Z\u00fcge eines Menschen zu vertiefen und dort herauszulesen, was wesentlich und bleibend ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>J\u00fcrg Maurer \u00a0 | \u00a0 anl\u00e4sslich der 17. Kunsausstellung in Trubschachen 2005<\/h4>\n<p>\u201eDrei Dinge ber\u00fchren mich sehr: der Raum \u2013 das Licht \u2013 der Klang.<\/p>\n<p>Das Eindringen in die Raumtiefe einer Landschaft erzeugt das Gef\u00fchl, man n\u00e4here sich den Hintergrundskr\u00e4ften der sichtbaren Welt.<\/p>\n<p>Das Licht: Bei den Stillleben ist es statisch und es ist m\u00f6glich, es in seinen st\u00e4rksten Ballungen bis zum feinsten Ausklingen in der Dunkelheit zu betrachten.<\/p>\n<p>Anders in der freien Natur: Das Licht wandelt sich best\u00e4ndig und es entstehen immer wieder neue Farb- und Formmelodien. Gerne m\u00f6chte man dem Spielmann dieser Musik begegnen!\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>J\u00fcrg Maurer \u00a0 | \u00a0 Urs Zaugg 2005<\/h4>\n<p>J\u00fcrg Maurers Bilder sind sehr sensibel interpretierte, lichtvolle, in feinem divisionistischen Kolorit umgesetzte Darstellungen. Als \u201eMusik des Sehens\u201c m\u00f6chte man seine Arbeiten benennen. Eine Erlebniswelt der Stille. Im Oeuvre des Malers finden sich Motive wie Stillleben, archaische Berglandschaften der Gemmi, B\u00e4ume und lichtdurchflutete W\u00e4lder, Impressionen vom Bodensee. Grossformatige Zeichnungen \u00f6ffnen dem Beschauer die Augen und erz\u00e4hlen von der wenig beachteten \u201eVegetation am Wegrand\u201c. Die verheissungsvolle Farbe Blau und ein umfassendes, helles Licht beherrschen vielfach J\u00fcrg Maurers Bilder.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>J\u00fcrg Maurer \u00a0 |\u00a0\u00a0 Hans Suter 2012 anl\u00e4sslich der Gedenkausstellung in der Galerie Rosengarten in Thun<i><br \/>\n<\/i><\/h4>\n<p>\u2026 Seine technisch vielseitigen Arbeiten faszinieren durch ihre pr\u00e4gnante Darstellung. Die Bleistift- und Kohlezeichnungen sind kraftvoll, von sicherem Strich. Radierungen sind fein empfunden. Die in allen Jahreszeiten gemalten, oft grossformatigen Landschaften sind beseelt, von zarter Poesie. Eine ganz besondere Mischung von Wirklichkeitsn\u00e4he und Verkl\u00e4rung, von Realem und Idealem ist ihnen eigen. Dem Maler gelingt der Spagat zwischen realistischer Naturdarstellung und impressionistischer Lichtf\u00fclle. Er erreicht damit eine stilistische Dualit\u00e4t, deren eigentliche Gegens\u00e4tzlichkeit sich symbiotisch erg\u00e4nzt. Eindr\u00fccklich sind die Himmelsdarstellungen, Wolkenbildungen und Bergseespiegelungen. H\u00fcgel sind mit einem samtenen Glanz \u00fcberzogen, Steine und Felsen sind mit unz\u00e4hligen Lichtp\u00fcnktchen besetzt.<\/p>\n<p>\u2026Altmeisterlich erscheinen die fabelhaften Stillleben. Wie konnte J\u00fcrg doch Eier plastisch darstellen, zum Greifen nah, ebenso \u00c4pfel, Birnen, N\u00fcsse und Zwiebeln. Und wie geschliffen wirken seine Gl\u00e4ser, Karaffen, Kelche und Vasen!<\/p>\n<p>\u2026J\u00fcrg Maurer war belesen. Er setzte sich eingehend mit Zen, der japanisch \u2013 chinesischen Richtung des Buddhismus, auseinander. Oft konsultierte er das Buch \u201eI Ging\u201c mit einer in 3000 Jahren gesammelten Spruchweisheit Chinas, von dem auch Hermann Hesse im \u201eGlasperlenspiel\u201c berichtet. Eine literarische Wahlverwandtschaft fand er in Robert Walser und Adalbert Stifter, beide wie er Meister im Schildern von Landschaften und Naturstimmungen. Auch die Waldbilder von J\u00fcrg Maurer k\u00f6nnen uns die wunderbare Atmosph\u00e4re eines Waldes nahe bringen, das Summen der Bienen, der Gesang der V\u00f6gel, das Duften des Harzes, der Bl\u00fcten und Beeren, das Rauschen der Tannenwipfel. Und wie dem \u00d6sterreicher Dichter Adalbert Stifter waren auch unserem Maler im Leben und im k\u00fcnstlerischen Schaffen Bescheidung, Ordnung, Klarheit und das Erfassen des Grossen im scheinbar Kleinen wichtig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wege zu J\u00fcrg Maurer \u00a0 |\u00a0\u00a0 Rudolf Wyss 1985 Im Sonnacker, zwischen Kiesen und Oppligen, dort, wo die Gletscher \u00fcber dem Aaretal ihre Mor\u00e4nenb\u00e4nke zur\u00fcckgelassen haben, wohnt J\u00fcrg Maurer, der Maler und Grafiker. 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